Im Tagesspiegel vergleicht der Reporter Ragnar Vogt Aerosole mit Zigarettenrauch: "Ähnlich wie Zigarettenrauch verbreiten sich Kleinsttröpfchen, die Viren enthalten könnten." (In seinem Online-Artikel "Forschung zum Coronavirus - So lässt sich die Gefahr durch Aerosole minimieren" vom 01.06.2020.) So auch in einer darin zitierten Science-Veröffentlichung: K. A. Prather et al ., Science 10.1126 /science.abc 6197 (2020 ).

Es war bei einem Kunden, als in der Raucherecke im Freien ein Praktikant eine mega E-Zigarette aus der Tasche zog und einen vollen Lungenzug daraus holte. Beim Ausatmen hat es ausgesehen, als würde der ganze Kerle innerlich brennen, so eingehüllt er von weißem Rauch dann war. Die Beschäftigung mit Aerosolen bracht dieses beeindruckende Ereignis wieder in Erinnerung:

Denn noch deutlicher als Zigrattenrauch

zeigen uns die "VAPE"s die Ausbreitung von Aerosolen:

Weil VAPEs eben genau das inhalieren - nämlich Aerosole!

 Das Wort "VAPE" ist die Kurzableitung vom englischen "evaporation" (verdampfen) und versinnbildlicht im Gegensatz zu "Rauch" die Verwendung eines Liquid-Verdampfers, die im Handel als E-Zigarette oder Vaporizer (Wiki) geführt werden. Die zu verdampfende Flüssigkeit wird Liquid (Composition of electronic cigarette aerosol) genannt und besteht aus Propylenglycol (Lebensmittelzusatzstoff E 1520) und Glycerin (Lebensmittelzusatzstoff E 422). Die Zusatzstoffe werden mit PG für Propylenglycol und VG für vegetable Glycerin (pflanzliches Glycerin) abgekürzt. Reines Wasser (H2O), geringe Teile von Lebensmittelaromen und Nikotin sind optional. Abgesehen vom Nikotin finden sich diese Inhaltsstoffe auch in den seit Jahrzehnten gebräuchlichen Nebelfluiden für Nebelmaschinen. Ob das "gesundheitsschädlich" ist, darüber wird noch heftig gestritten. Das Verdampfen erzeugt genau eine sehr dichte Menge von Aerosolen - also einen Nebel oder eine Wolke aus kleinsten "Flüssigkeitströpfchen".

Die Aerosol-Verteilung in diesen Videoclips sagen mehr als Tausende von Worten!!! Wo Rauch oder in diesem Fall die "Dampfwolke" ist, könnten dann genauso gut auch Corona-Aerosole unterwegs sein:

 
(Bild: Austin Lawrence in Aktion)
 
Das Bild und besonders die Videos zeigen, wie sich die Atemluft im Raum verteilt. Der Dampf - oder im kalten Zustand "Nebel" - macht genau das sichtbar, was sich vor unserer Nase und Mund sonst im Verborgenen abspielt!
 
Wortschöpfung "Spreadfett" beruht auf dem Gedanken "Spread" für "Verteilung" und "Fett", weil das Virus von einer Doppellipidmembran, also einer doppelten "Fettschicht" als Außenhülle umgeben ist. Also zusammengefasst, wenn man durch die Aerosol-Verteilung - das Droplet spreading - das Virus-Fett eines anderen abbekommt. Oder in anderen Worten, wenn man sich eine Infektion inhaliert ...
 
Dampf oder Nebel ist nur dadurch sichtbar, weil die Aerosol- oder Tröpfchen-Konzentration hoch genug ist, um das Licht zu streuen (Mie-Streuung, Tyndall-Effekt). Für eine Ansteckung braucht es aber nur eine geringe - eine unsichtbare Konzentration der virusbeladenen Tröpfchen.
 
Um eine genauere Vorstellung von Tröpfchen und Aerosolen zu bekommen, hier der Abschnitt Nebel im Corona-Beitrag "SARS-CoV-2".
 
Irgendwie "gruselig" ist das allemal - deshalb zusätzlich noch eine kleine Gruselgeschichte zum Nebel.

 

Weitere Links:

Hervorragender  Beitrag von Kristina Kayatz im heute journal vom 05.06.2020: Aerosole - eine unsichtbare Gefahr