Beim zufälligen Blick aus dem Fenster konnte ich sehen, wie auf einmal Nebel aus dem Nekartal herauf zog und sich über die Häuser legte.

Das ging so rasend schnell vor sich, dass ich nur durch den schnellen Griff zum Handy gerade noch den Rest dieses schaurig-schönen Phänomens aufnehmen konnte.

Wer den Film "The Fog - Nebel des Grauens" kennt, weiß was ich meine. Sekunden vorher war nach einem Gewitter (mit Hagel) noch alles klar und keine Spur von Nebel sichtbar.

 

Die Abspielgeschwindigkeit des noch erwischten Rest im Video habe ich nur verdoppelt:

 

 

Mehr zum Thema Nebel auf Wikipedia: Nebel

 

Von "Wet Markets" bis "We feed the World"

 

Eine einheitliche Grenzziehung gibt es nicht.

Man braucht nur "China Wet Market" in die Google-Bildersuche eingeben und wird schon mit den "schrecklichsten" Anblicken überschüttet. Vor dem Essen ist das natürlich nicht zu empfehlen - auch nicht unmittelbar danach sealed

Aber diese "wet markets" oder direkt übersetzt "Nassmärkte" sind nicht das Problem. Sie sind mit unseren Metzgereien vergleichbar, wo es eben auch kein kein Trocken- sondern Frischfleisch gibt.

Nochmal anders sieht es dann bei den "live animal markets" oder "wildlife markets" aus, also auf "Lebendtiermärkten" und "Wildfang-Tiermärkten" (meist auch lebend). Da gibt es nichts, was es nicht gibt. Dass die Tiere lebend angeliefert und vor Ort geschlachtet werden, hat einfach den Hintergrund, dass es sowas wie Kühllaster, Kühlhäuser oder Kühltheken, wenn überhaupt nur in den Supermärkten oder Edelrestaurants gibt. Die jedoch sind nur den oberen Zehntausend, den renomierten Geschäftsleuten und betuchten Touristen zugänglich. Das normale Fußvolk muss sich auf den "Wet Markets" versorgen.

Sobald einem Tier das Fell oder die Federn entfernt sind, ist von der ganzen vorherigen Quälerei kaum mehr was zu erkennen. Es ist ein Lebensmittel geworden. Es ist nur eine Frage der Gewohnheit! Nicht nur in manchen Gegenden Chinas ist z.B. Hunde- oder Katzenfleisch genauso selbstverständlich, wie bei uns Rehrücken oder Lammkotelett. In der tratitionellen chinesischen Medizin (z.B. Nahrung als Arznei) zählt Hund und Katze zu den "wärmenden" Speisen (ausgleichend bei Yin-Krankheiten), weshalb sie vorallem in den kälteren Jahreszeiten beliebt sind. So wie es bei uns auch Schweinemastbetriebe gibt, gibt es in China auch Hunde- und Katzenmastfarmen, die aber den "Bedarf" nicht ausreichend decken können. Häufig handelt es sich um eingefangene Haustiere oder Streuner.

Ein kleines Gruselkabinett: Achtung - der Klick auf diesen Link könnte Ihre Gefühle aufwühlen oder verletzen!

Wie wir für gewöhnlich darauf reagieren zeigt z.B. ein "Skandal in Italien - TV-Koch empfiehlt gebratene Katze".

 

Was für unsere Augen besonder schwer zu ertragen ist, dass "lebende Tiere" sozusagen den direkten Ersatz für unsere unterbrechungsfreien Kühlketten darstellen. Solange das Tier noch atmet und lebt, ist es frisch. Die Lebend-Waren werden in kleinen - oft viel zu kleinen - Gitterkäfigen transportiert und gelagert. Vermutlich der Grund, warum die asiatische Mentalität keinerlei Empfindsamkeit gegenüber einem Lebewesen und dessen Leiden zu kennen scheint. Tierwohl? - Fehlanzeige! Es ist schlicht und einfach für Sentmentalitäten dieser Art kein Platz und auch keine Zeit zu geben. Vielleicht als Erklärungsversuch für solche Grausamkeiten: Die Chinesen scheinen gegenüber Schlachttieren - diesen Lebewesen - noch weniger Empfindungen zu haben, als wir so manchem Roboter entgegen bringen: "Human Robot Interaction - Pepper".

Aber geht es in unseren Großschlachtereien, sowie in der Massentierzucht und bei Viehtransporten - d.h. in unseren eigenen "Wet Spots" wirklich so viel anders zu? Die Abstumpfung, die Verrohung? Auch das ist für unsere Augen schwer zu ertragen! Also am besten die Augen schließen und verträngen. 

Doch was uns selbst zu denken geben sollte: Wir schauen sogar weg, wenn Tiere geschlachtet werden, denen es gut gegangen ist. Etwa auf Betrieben mit artgerechter Haltung oder als umherziehende Herde. Lammfleisch z.B. zählt zu dem für uns Gewohnten. Auch die Lämmchen sind ja so süß und possierlich - aber auch die müssen geschlachtet werden, bevor sie als Kotelett auf dem Grill landen können.

Oder die Weihnachtsgans, bevor sie in die Bratröhre geschoben werden kann.

Genau dazu gibt es ein interessantes Sozialexperiment, das das Team von Quarks zusammen mit dem Landwirt Nikolas Weber durchgeführt hat: Sozusagen einen "Life-Animal"-Marktstand mitten im Herzen von Köln!

Experiment: So reagieren Passanten aufs Tiere-Schlachten | Quarks
Aus dem Inhalt:

»Menschen aus der ganzen Umgebung kommen in Webers Hofladen, um Eier, Obst und Gemüse zu kaufen. Und Fleisch - aus eigener Aufzucht und Schlachtung.

Weber: "Also wir halten hier an Tieren nur Schweine und Geflügel. Wir haben insgesamt sieben, bzw. acht verschiedene Geflügelsorten. Das Geflügel wird hier ausschließlich auf unserem Hof selbst geschlachtet, einmal pro Woche, und kann dann in unserem Hofladen erworben werden."

Bekannt ist Bauer Weber aber vorallem für seine Gänse. Von Mai bis Dezember leben bis zu 700 Tiere frei auf den großen Wiesen rund um den Hof.

Weber: "Wichtig bei unserer Tierhaltung ist - und das können unsere Kunden auch täglich erleben hier - dass unsere Tiere artgerecht gehalten werden, dass sie große Ausläufe haben, dass sie auf Stroh laufen und dass sie keine Medikamente bekommen."

...

Ein winterlicher Samstag-Morgen. Heute passiert etwas, was Nikolas Weber noch nie gemacht hat!

Diese zehn Gänse wird er nicht wie eigentlich vorgesehen auf seinem Hof schlachten. Sondern auf einem Marktstand in einer Fußgängerzone.

Mit den Gänsen im Hänger geht es ins 70 Kilometer entfernte Köln.

9 Uhr - Ankunft in der Innenstadt. Unser Team beginnt mit dem Aufbau des Marktstand's. Noch ist in der Fußgängerzone nicht viel los.

Aber das wird sich gleich ändern! Samstags ist die Innenstadt immer brechend voll und es ist das erste mal, dass in einer deutschen Fußgängerzone lebende Tiere verkauft und geschlachtet werden sollen.

Am späten Vormittag ist der Stand fasst fertig. Jetzt muss Nikolas Weber nur noch die Schlachtgeräte aufbauen.

Mit diesem Elektroschockgerät werden die Gänse später betäubt. Danach wird der Kopf abgeschnitten. Die Gänse bluten aus und kommen in einen Kessel mit 70° heißem Wasser. Dort werden sie gebrüht und anschließend gerupft.

Samstagmittag - zunächst sind die Gänse noch eine kleine Attraktion - doch allmählich werden die Passanten skeptisch.

...

Die meisten Passanten können nicht glauben, dass diese Gänse tatsächlich geschlachtet werden sollen.

...

Es wird ernst! Mitarbeiter Dirk spielt den Marktschreier und preist die Wahre an: "Frische Gänse...!"

...

Nach ca. 20 Minuten findet sich der erste Käufer.

...

Jetzt passiert es! Landwirt Nikolas Weber wählt eine Schlachtgans aus. Die Käufer wollen die Gans noch einmal lebend begutachten.

Dann beginnt der Landwirt mit der Schlachtung. Zuerst fixiert Niklolas Weber den Kopf der Gans im Elektro-Betäubungsgerät. Nach dem Knopfdruck fließt Strom durch das Tier - die Spannung beträgt 180 Volt. Mindestens 15 Sekunden dauert die vorschriftsmäßige Betäubung.

Erst wenn die Ganz vollständig betäubt ist, beginnt die eigentliche Schlachtung. Mit einem Messer schneidet der Schlachter dem Tier den Kopf ab.

Die Gans ist tot.

Noch einige Minuten blutet sie in dieser Position aus. Viele Passanten können nicht glauben, was sie sehen. Immer wieder reagieren während des Ausblutens noch Nerven des Tieres. Für einige Zuschauer nur schwer zu ertragen.

Die Gans wird gebrüht - das macht das Rupfen leichter.

Drei Mitarbeiter vom Ordnungsamt kommen an den Verkaufsstand. Eine öffentliche Tierschlachtung in der Fußgängerzone hatten sie noch nie.

...

Jetzt entfernt Nikolas Weber die Federn der Gans. Bei vielen Passanten herscht immer noch Fassunslosigkeit.

...

Passant: "Ich glaube es ist eine gute Aufklärung für viele Leute, die sonst vielleicht achtlos im Supermarkt an übervollen Theken vorbeigehen und sich irgendwas kaufen was schmeckt - was natürlich auch in Ordnung ist - aber dahinter steckt natürlich immer auch die Frage, wo kommt das her. Und das hier ist eine ehrliche Demonstration denk' ich mal.

Landwirt Weber ist mit dem Ergebnis des Experiments zufrieden: "Ich hab das hier gemacht, weil die Lebensmittelproduktion zu weit weg ist, vom Verbraucher. Und weil die Verbraucher sich auf Siegel - schöne Bilder - zurückversichern, die zu weit weg sind von der eigentlichen Urproduktion. Und ich möchte gerne zum Gespräch anregen und ich möchte gerne aufklären und zeigen wie wir's machen, weil wir haben nichts zu verstecken." «

Nach dem Tot der ersten Gans nimmt das Experiment eine "unerwartete Wendung".

»Weber: "Eigentlich wollten wir keine lebendigen Tiere verkaufen, weil wir nicht wissen, in welche Hände dass sie kommen und dass sie in gute Hände kommen."

...

Der Tierschutzverein Hofzeit hilft ...

...

Werber: "Was passiert denn jetzt mit den Gänsen, die eine zweite Chance bekommen?"

Dagmar Gießler: "Die bekommen jetzt ein Wohnrecht auf Lebenszeit. Zwei von den Gänsedamen ziehen zu einer Privatfamilie und die anderen sieben bleiben als Gruppe zusammen, mit Auslauf, Teich und Wiese - so wie sie es im Enteffekt ja auch haben, nur dass sie halt um den Schlachtraum drumherum kommen."

Weber: "Drotzdem muss ich mir die Frage stellen, warum rettet man neun Tiere, denen es gut gegangen ist und warum rettet man nicht die 3 Euro 99 pro Kilogramm Hafermastgänse aus Polen, die es ja eigentlich deutlich mehr gebraucht hätten?

Die "unerwartete Wendung" - ein Internet-Hype - ist schon beinahe belustigend: Die Welt ist nun um neun glückliche Gänse reicher! Oder um elf - oder vielleicht sogar noch mehr!? Aber hat das nicht nur eine Alibifunktion? Die das "Gefühl" heraufbeschwören soll, die Welt ein bisschen besser gemacht zu haben?

Mutet es nicht etwas sonderbar an, dass gerade derjenige, der für uns den Akt des Schlachten übernimmt, von Tierwohl spricht? Nämlich der Landwirt, der die Gänse auf seinem Bauernhof hegt und pflegt - für eine artgerechte Haltung sorgt - und dann durch eigene Schlachtung diese der vorgesehenen Verwendung zuführt - nämlich zu unserem Verzehr?

 

Was bedeutet die Schlüsselfrage: "die es ja eigentlich deutlich mehr gebraucht hätten?"

Eine offene - eine berechtigte, tiefgründige, ehrliche Frage!

Wer Mastgänse im Discounter für zehn Euro kauft, muss sich im Klaren sein: diese Preise sind quersubventioniert. Durch tierquälerische erzeugte Daunen und Stopfleber. Der Fachausdruck für das "Stopfen" ist: "Nudeln": https:/de.wikipedia.org/wiki/Nudeln_(Mast)

Dem Textausschnitt aus dem folgenden Link - Das Leiden osteuropäischer Mastgänse - ist nichts mehr hinzuzufügen:

"Preislich sind die Gänse aus Osteuropa ein echter "Knüller”. Doch dafür müssen die Tiere zu Lebzeiten zahlreiche Qualen erleiden. Denn für unsere Discounterpreise, rechnet sich die reine Gänsemast nicht. Tierquälerei und reichlich Medikamente gehören mit dazu, wenn wir uns den köstlichen Braten für ein paar Euro leisten."

Sogar sprachlos macht ein fragwürdiges KulturerbeStellungnahme des BV Tierschutz (Memento vom 19. November 2011 im Internet Archive) zur Erklärung der Stopfleber zum Kulturerbe in Frankreich:

"Die französischen Erzeuger der als Delikatesse angebotenen und verkauften Paté de foie gras – der Gänsestopfleber – dürfte der Beschluss des französischen Parlaments im Oktober 2005 gefreut haben. Das Parlament hat die Stopfleber zu einem in Frankreich geschützten kulturellen und gastronomischen Erbe erklärt und damit indirekt die tierquälerische Herstellung gebilligt und legalisiert."

 Und hier fällt einem schon beim Zuschauen das Schlucken schwer: Foie Gras entzweit Fankreich (Spiegel)

 

Die Aufnahmen des Sozialexperiments weiter oben wurden im Film dem Ernährungspsychologen Christoff Klotter gezeigt. Die Frage war: "Warum Menschen, die Tiere essen so ein Problem mit dem Anblick einer Schlachtung haben?"

»Klotter: "Das töten von Tieren wird hinter den Kulissen gelebt. Wir wollen nicht erleben, dass wir etwas töten und dann essen.  ...  Und das wollen wir nicht wahrhaben. Wenn sie sehen, wie das Fleisch im Supermarkt angeboten wird, dann ist es nur noch die Hähnchenbrust, die ist verpackt in Plastik und alles wie die Flügel oder die Füße, die werden nach Afrika exportiert. Wir wollen nicht wissen, dass das was wir essen irgendwann getötet worden ist.  ...  Wir wollen gute Menschen sein, moralisch einwandfreie Menschen sein, da gehört es nicht mehr dazu, dass wir etwas getötet haben."«

 

Ein Blick hinter diese Kulissen:

zdf.de Politik Frontal 21 Im Schlachthof: https://www.zdf.de/politik/frontal-21/im-schlachthof-102.html

Und was daraus gemacht wird: Kalzium und Phosphat - Döner und Nuggets und Wir sind, was wir essen...  
 

Ein Dokumentarfilm zum Wachrütteln und Nachdenken: We Feed the World

Ein ruhiger, sachlicher, und gerade deswegen erschreckender Dokumentarfilm über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, ...

Einen ersten Einblick gibt ein Trailer (3:15) auf YouTube: We Feed the World - Trailer - YouTube

Einen etwas längeren Trailer mit knapp 9 Minuten gibt es hier: https://vimeo.com/52000047

Der ganze Film:  WE FEED THE WORLD [ Deutsch | HQ | Doku | 95 Min. ]

Dazu noch das Filmheft der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung (PDF; 1,8 MB)

Eines muss darüber hinaus noch klar sein: Der Film kam 2005, also zum jetzigen Zeitpunk (Mai 2020) vor 15 Jahren heraus!!!

15 Jahre!!! Hat sich seit dem etwas geändert? Wieviel Regenwald ist seit dem abgeholzt worden, um Platz zu schaffen für Profit aus Palmölplantagen, Viehweiden und Soja-Anbau?

Ist da das Resümee: »Heute stehen wir am Abgrund - morgen sind wir einen Schritt weiter!« ?


Um im Bezug auf Proteinversorgung noch eines draufzusetzen:

Pferdefleisch: Da scheiden sich nicht nur die Geister zwischen Pferde- und Hundeliebhabern...

Schon allein bei der Vorstellung, dass ein Pferd von einem Schlachter abgestochen wird, sträuben sich einem die Nackenhaare. Dabei zuschauen wollen und können sich wohl nur die Wehnigsten zumuten. Dennoch gibt es einen wieder anwachsenden Markt für Pferdefleisch, nicht nur deshalb, weil traditionell für den Rheinischen Sauerbraten Pferdefleisch verwendet wurde.

So wird Fury zu Gulasch und Steak verwurstet - Pferdemetzger...
https://www.welt.de/wirtschaft/article113685070/So-wird-Fury-zu-Gulasch-und-Steak-verwurstet.html

 

Hundefutter aus Pferdefleisch (Klein frisst groß):

https://www.billiger.de/categories/103049/56778-hundefutter-aus-pferdefleisch

Eine weitere erstaunliche Seite: "Das Tierhotel" klingt eigentlich erst mal nach einem Gnadenhof. Aber der Untertitel "Manufaktur für gesunde Tiernahrung" belehrt dann etwas anderes:

"Fellnasen" - ach wie schnuckelig: Pferdefleisch für allergische Hunde!?

So richtig markaber ist die Seite "5 Fakten zu: Pferdefleisch für Hunde" mit diesem Bild (Stand 08.05.2020):

Da kann man nur einen Klassiker von George Orwell anführen! Nein nicht das allgemein bekannte: "Nineteen Eighty-Four (1984)" - sondern: "Animal Farm (Farm der Tiere)".

Als Verfilmung gibt's dazu den sehenswerten und eindringlichen Zeichentrickfilm: "Aufstand der Tiere" (Trailer in Deutsch und anderer Trailer in Englisch).

 

Corona, SARS-CoV-2, Covid-19, Tröpfchen- und Schmierinfektion

 

Ein paar Überlegungen, womit man es hierbei eigentlich zu tun hat. Die Formeln sind zum Teil nur der Vollständigkeit halber mit eingefügt, aber für das Verständnis nicht so wichtig. Wichtig, beeindruckend und ermahnend sind hingegen die Vergleiche!

"Corona" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Pandemie, wird aber auch für das Virus und die dadurch verursachte Erkrankung verwendet.

"Covid-19" ist die Bezeichnung für die durch das Virus verursachte Erkrankung.

Die genaue Bezeichnung für das Virus selbst ist "SARS-CoV-2". "SARS" steht dabei als Abkürzung für die Virusfamilie und dem durch sie verursachten allgemeinen Krankheitsbild: "Severe Acute Respiratory Syndrome" oder zu Deutsch "Schweres akutes Atemwegssyndrom".

Ausgebrochen ist das Virus im Dezember 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan, was die Hauptstadt der Provinz Hubei ist, weshalb auch die Bezeichnung "Wuhan-Coronavirus" gebräuchlich ist. Als Ausgangspunkt gilt ein Wildtier-Markt (wildlife market), weshalb die in China üblichen "Wet Markets" in die Kritik geraden sind?  Hierzu eine (selbst-) kritische Betrachtung: China - Wet Markets. Achtung: Das ist nichts für sensible Gemüter!  Quarks hat hierzu eine kompakte Zusammenfassung über "Zoonosen – So entstand das Coronavirus" produziert!

Dass das Virus aus Versehen (oder absichtlich) aus einem Labor entwichen sein könnte, wird teils immer noch umstritten diskutiert: Kam Corona doch aus einem Labor in Wuhan? . Hier ein Faktencheck mit drei Hypothesen auf dem Prüfstand: Wurde Sars-CoV-2 im Labor fabriziert?

Mann muss aber nicht erst nach China schauen, um immer wieder auf die gleichen oder ähnliche Probleme zu stoßen: Unseren eigenen "Wet-Spots" sind in nichts besser!

 

Genaue Fakten rund um den SARS-CoV-2 aus medizinischer Sicht hat das RKI in einem "SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)" zusammengestellt, der laufend erweitert wird.

 

Die Größe eines Virus

Für den Durchmesser eines solchen Virus findet man z.B. unter "https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV-2" ca. 100 nm (60-140nm).

Aber was heißt das?

Ein Millimeter heißt der tausendste Teil eines Meters. Ein Mikrometer (μm) ist dann wieder der tausendste  Teil eines Millimeters. Ein Nanometer (nm) ist ein Mikrometer nochmals durch Tausend unterteilt – also ein millionstel Millimeter. Aus dem Vergleich mit dem Durchmesser eines menschlichen Haares mit 0,02 bis 0,07 mm (im Mittel also 50 μm) ergibt sich, dass ein einzelnes Virus also 500 mal kleiner ist. Einen richtigen Eindruck kann uns das jedoch nicht vermitteln, da Durchmesservergleiche die wahren Dimensionen – nämlich das dreidimensionale Volumen – nicht offenbaren.

Mit was also das Virus vergleichen?

Nebel, Wolken und die Atemfahne an einem kalten Wintertag kennt jeder! Die "klatsch-nasse" Erfahrung einer Fahrradfahrt durch dichten Nebel hat der eine oder andere auch schon erlebt. Da ist also schon einiges an Wasser in der Luft – und zwar als Tröpfchen! (Nicht zu verwechseln mit der Luftfeuchtigkeit, die unter 100% sozusagen "durchsichtig" ist.) Das sprichwörtliche "Man kann die Hand nicht vor den Augen sehen", gibt einen Eindruck, wie viele "Nebeltröpfchen" da zwischen den Augen und der sog. "Sichtweite" wohl sein müssen. Ein beeindrukendes Wetterphänomen dazu konnte ich von meinem Fenster aus filmen (und leider nur den Rest des aufziehenden Spukes): "The Fog - von meinem Fenster aus...".


Auch wenn die einzelnen Nebeltröpfchen mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, wollen wir uns nun NUR ein Einzelnes davon vorstellen. Die mittlere Tröpfchengröße in Nebel ist ca. 20 μm (https://de.wikipedia.org/wiki/Nebel). Also etwa ein 200 mal größer Durchmesser als ein Virus. Das beeindruckt noch nicht so sehr. Betrachtet man aber das Virus und das Nebeltröpfchen als Kugeln, sieht die Sache schon anders aus!

Die Formel für das Volumen einer Kugel ist

Das Volumen eines Virus errechnet sich daraus also zu:


was anders geschrieben 0,00000000000052 Kubikmillimeter sind (12 Nullen hinter dem Komma!). Das Volumen eines Tröpfchens ist:


oder 0,0000041 Kubikmillimeter (5 Nullen hinter dem Komma!). Teilt man das Tröpfchen- durch das Virusvolumen erhält man 7,88 Millionen. Oder anders ausgedrückt, das Volumen eines Virus ist etwa der 8 millionste Teil eines solchen Nebeltröpfchens. Das bedeutet zwar nicht, dass 8 Millionen Viren in ein Tröpfchen mit 0,02 mm Durchmesser passen würden, weil sog. Kugelpackungen immer einen leeren Zwischenraum zwischen den Kugeln haben (z.B. wie ein Stapel Orangen). Ein regelrechtes "Schwimmbad" ist ein einzelnes Tröpfchen für ein Virus aber doch!!!  

Das mittlere Volumen eines Menschen ist ca. 50 – 70 Liter (grobe Vorstellung: Sechs Eimer Wasser übereinander). Das entspricht genau dem "Heureka!"-Ausruf von Archimedes, als er das Prinzip der Wasserverdrängung erkannte. Das Volumen eines Menschen entspricht der Menge Wasser, das aus einer randvollen Badewanne (oder einem "Schwimmbad") überläuft, wenn man ins Wasser steigt.  

Stellt man sich nun ein einzelnes Virus auf das Volumen eines Menschen - 60 Liter - vergrößert vor, dann ergibt das in etwa eine Kugel mit knapp einem halben Meter Durchmesser. Also die typische Größe eines Pezziballes (Sitz- oder Gymnastikball). Das Tröpfchen in gleichem Maßstab vergrößert hätte dann einen Durchmesser von 100 m. Zum Vergleich, die Kuppel der Hagia Sophia hat 31 m, die des Petersdoms 42 m und die halbrunden Kuppeln von Kernkraftwerks-Reaktorgebäuden so um die 50 m Durchmesser.  Wie groß wäre dann ein Schwimmbecken in das so ein in gleichen Maßstab vergrößertes Tröpfchen gefüllt wird???

Die 60 Liter sind 0,06 Kubikmeter und das mal 8 Millionen (Volumenverhältnis) ergibt 480.000 m³ oder knapp eine halbe Milliarde Liter Wasser. Die Standardgröße eines Fußballfeldes ist 105 m lang und 68 m breit, es hat also eine Fläche von 7140 m². Und wie tief wäre dann das Schwimmbecken mit der Fläche eines Fußballfeldes???

480.000 m³ / 7140 m² = 67,2 m !!!

Das heißt also, das Schwimmbad, dass ein Virus zur Verfügung hätte, wäre in etwa auch so tief, wie das Fußballfeld breit ist!!! 60 Meter ist nicht ohne: Nur zum Vergleich, ein Hobbytaucher (OWD) darf bis 18 m bzw. als Advanced (AOWD) kurzzeitig bis zu 30 m tief tauchen. Für 60 m braucht es schon Spezialausrüstung und entsprechende Atemgasgemische. Der Wasserdruck in 60 m Tiefe ist etwa 6 bar und damit schon mehr als die Hälfte des Wasserdruckes in einem Feuerwehrschlauch (bis 10 bar). Den Boden des Schwimmbeckens würde man auch gar nicht mehr von oben sehen können. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung wird es auf 30 m schon duster, weil das Wasser das Licht nach und nach verschluckt. Auf 60 m Tiefe ist es dann schon stockfinster.

In diesem gigantischen Volumen wäre es zudem nicht so, dass die Viren wie Pezzibälle nur oben auf dem Schwimmbecken schwimmen würden. Sie können sich im Innern des Tröpfchens – also vergleichsweise in einer halben Million Kubikmeter – gleichmäßig verteilen. Da ist es leicht vorstellbar, dass locker Platz für einige tausende oder zehntausende Viren ist.

Und das in jedem einzelnen, winzig kleinem Tröpfchen!!!

 

Schmierinfektion:

Werden die Tröpfchen verschmiert, etwa auf ein paar Mikrometer Dicke, bleibt den Viren immer noch genügend Raum zum "schwimmen". Solche Schichtdicken sind mit bloßem Auge auch kaum mehr wahrnehmbar, es sei denn als Schlieren auf einer Glasscheibe oder einem Spiegel. Im Vergleich mit dem Schwimmbecken oben könnte man sich vorstellen, dass das Fußballfeld-Schwimmbecken auf 2 m Tiefe verschmiert wird. Angenommen es hätte noch die Breite eines Fußballfeldes, das Beckens hätte dann aber eine Länge von ca. 3,5 km! Also gerade mal 10% weniger als die offizielle Ironman-Schwimmdistanz!!! Die Coronaviren haben ja schon eine gewisse Ähnlichkeit mit Seeminen (Wiki: Ankertauminen). Bei nur 3500 Viren im Tröpfchen käme also auf jeden Meter Schwimmstrecke eine Seemine. Kein Schwimmer würde seinen Fuß in so ein Minenfeld setzen.

 

Ein Virus bleibt intakt, solange es "schwimmt" bzw. in einem feuchten Milieu "schweben" kann. Oder anders herum ausgedrückt, solange das Schwimmbecken nicht ausgetrocknet ist. Ein dünne Wasserschicht verdunstet auf mikroskopischen Maßstab sehr schnell. Scheimtröpfchen aus der Rachen-, Mund- und Nasenschleimhaut – auf gut Deutsch: "Spucke und Rotz" – enthalten aber Enzyme, Proteine uns Polysacharide die einem schnellen Austrocknen entgegenwirken. Denn es ist ja gerade die Funktion einer Schleimhaut "feucht" zu bleiben und durch die Enzyme oder den Schleim die Feuchtigkeit zu halten. Das ist auch der Grund warum solche Tröpfchen aus den Schleimhäuten nicht sofort verdunsten und sich viel länger halten. Man kann es als Anschauung vielleicht ganz gut mit der Konsistenz und Austrocknungszeit eines Tröpfchen Uhu vergleichen. Ein Tropfen dauert lange, bis er mal durchgetrocknet ist. Auch verschmiert ist er nicht sofort trocken – es bleibt noch genügend Zeit, das nächste Papierteil an die Klebestelle anzufügen.

 

Tröpfcheninfektion und Aerosole - ein Vergleich mit "Nebel":

Ein Tröpfchen Wasser ist schwerer als Luft, es muss also auf den Boden fallen. Das tut es auch – allerdings sehr langsam. So wie wir es gewohnt sind, dass eine Nebelschicht nicht wie ein Stein zu Boden fällt, sonder quasi in der Luft schwebt, so schweben auch kleine, z.B. beim Sprechen ausgeatmete Tröpfchen nur sehr langsam zu Boden. Die Luftgeschwindigkeit zwischen den Stimmlippen im Kehlkopf ist so hoch, dass zwangsläufig immer Tröpfchen mitgerissen werden. Auch bei den "plosiven Konsonanten" , und da besonders die "hart" gesprochenen Buchstaben "P" und "T". Mal nur als Beispiel das Wort: "Papiertüte". Ein "Experiment enthüllt Produktion von Mikro-Tröpfchen beim Reden". Bei Menschen, die an "Sialorrhö" leiden, wird das als "feuchte Aussprache" besonders offensichtlich. Aber auch ohne dieses Leiden ist die Aussprache "feucht": Erzähl mit nichts von einem Gewitter (thunderstorm). So gesehen - müsste für die Franken sogar ein geringeres Infektionsrisiko haben - weil die keine harten Konsonanten in ihrer Sprache haben: Z.B. "Babierdidn" oder einfacher "Gugn"... 

Größere Tröpfchen "fallen" etwas schneller als die Kleineren. Das kann man sich anhand der Raumluftbefeuchter mit Ultraschallvernebler gut vorstellen. Die Wasseroberfläche wird so in Schwingung versetzt, dass sich Wassertröpfchen aus der Oberfläche ablösen und dann als "Nebelschwaden" über den Rand des Gefäßes Richtung Boden strömen. Obwohl das vergleichsweise große Tröpfchen sind, fallen auch sie nicht wie Steine, sondern schweben eher gemächlich zu Boden. Hier ein youtube-Video dazu: "Playing with Ultrasonic Fogger".

 

Deshalb ist der Mindestabstand von 1,5 Meter so wichtig! Die Tröpfchen brauchen genügend Freiraum und Zeit um weit genug nach unten schweben zu können. Je mehr Abstand, desto besser! Nur so vermindert sich die Gefahr, dass sie nicht von jemand anders eingeatmet werden können und diesen infizieren. Es braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, dass es länger dauert, bis die Tröpfchen auch an Kindern und noch länger an Kleinkindern vorbei gesunken sind. Gegenüber eines Erwachsenen stehen Kinder quasi permanent im im Regen – also je kleiner, desto länger in einer Gefahrenzone!!! Und es ist vielleicht eine einfache und plausible Erklärung, warum statistisch Kinder weniger Erwachsene anstecken, als umgekehrt.

Es braucht auch keine große Vorstellungskraft, dass Niesen und Husten wahre Fontänen an Tröpfchen hinaus katapultiert. Nun stelle man sich einen Raucher vor, der "gemächlich" Rauchklingel nach oben in die Luft bläst. Kleinste Tröpfchen werden genauso mit verwirbelt wie die Rauchpartikel. Noch wesentlich eindrucksstärker als Rauch sind aber die VAPEs:

Aerosole - die "VAPE"s zeigen uns was "abgeht"!

 

 

Solche Luftwirbel (Kringel) entstehen auch, wenn frei, d.h. ohne Schutz vor dem Mund oder Nase gehustet oder geniest wird. Nur sehr, sehr viel stärker!!! Die Tröpfchen könne durch diese Luftverwirbelungen auch mit nach oben gerissen werden und rieseln dann von oben herab. Auch hier kann man sich leicht Orkanstärke in den Atemwegen vorstellen – es ist ja gerade die Aufgabe von Niesen und Husten die Nase und Atemwege von Schleim zu befreien. Wie durch Untersuchungen gezeigt, haben solche "Fontänen" eine Reichweite von bis zu 2 Metern. Das macht deutlich, warum die besser irgendwie abgefangen werden müssen. Allerdings dabei die Hand vor dem Mund oder Nase zu halten ist offensichtlich nicht gerade clever! Das in die Hand deponierte Material könnte als Schmierinfektionsquelle, sozusagen als Minenfeld z.B. an der nächsten Türklinke oder Kaffeekanne oder Milchkännchen oder Zuckerzange landen.


Das genau ist der Sinn und Zweck, warum in die Armbeuge gehustet und geniest werden sollte. Es ist zwar mitunter nicht gerade appetitlich, aber es verhindert wirksam den Ausstoß einer großen Menge Tröpfchen, weil viele davon schon in der Armbeuge abgefangen werden. Und es verhindert die Kontamination der Hände und vermindert dadurch die Gefahr von Schmierinfektionen.     

Die Frage, ob eine einfache Stoffmaske Sinn macht, beantwortet sich eigentlich schon von selbst. Beim Ausatmen schützt jedes in der Maske hängen gebliebene Tröpfchen andere. Beim Einatmen schützt jedes in der Maske hängen gebliebene Tröpfchen den Träger selbst. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass Tröpfchen in beiden Richtungen den Weg durch das Gewebe oder an der Maske vorbei finden. Aber die Wahrscheinlichkeit ein Tröpfchen einzuatmen oder zu verbreiten ist deutlich geringer. Immerhin um mindestens 30%, wie eine Galileo-Sendung zeigt: "Welcher Mundschutz schützt am meisten? Galileo testet! | Galileo | ProSieben".

Besonders beim Husten oder Niesen bremst die Maske den Luftstrom und verhindert so, dass Tröpfchen durch Luftverwirbelungen herumgeschleudert werden. Aus den oben genannten 2 Metern bei freiem Schussfeld werden durch die Maske 20 - 30 cm!!! Die "Virenschleuder" wird wirksam ausgebremst! Gegenüber Kindern oder sitzenden Personen – insbesondere an den Kassen der Einkaufsmärkte, in Altenheimen oder in Rollstühlen – sollte das eine Selbstverständlichkeit sein!

Experiment: Hilft ein Mundschutz gegen Corona? | Quarks Exklusiv



Es braucht keine große Überlegung, dass man eine Maske, z.B. beim Ablegen nicht direkt an der Außenseite berühren und dann mit den Fingern ins Gesicht fassen sollte. Deshalb Zuhause nicht achtlos mit der Maske umgehen! Sondern immer so behandeln, als wäre sie mit Viren kontaminiert! D.h. nur an den Bändchen anfassen und an einem geschützten Platz ablegen oder am besten gleich in die Waschmaschine. Das Erste nach dem Ablegen der Maske bzw. generell wenn man von außen zurückkommt: Hände waschen!!!


Das Virus ist von einer Lipidhülle umgeben, auf der die Spikeproteine wie Stacheln sitzen. Die Lipidhülle ist nichts anderes als ein hohles Tröpfchen Öl, dass das Genom des Virus umhüllt. Seife, die Tenside in Wasch- oder Spülmittel oder die Alkohole in Desinfektionsmitteln greifen diese Ölumhüllung an und zerstören das Virus. Das dabei freigelegte Genom (RNA) – sollte es noch intakt sein – ist unschädlich, weil der Mechanismus zum Eindringen in eine Wirtszelle nicht mehr funktioniert. Dazu braucht es nämlich die Spikeproteine in einer intakter Lipidhülle. Ein Komplex dieser Proteine ist dabei für das Andocken an einen Rezeptor der Wirtszelle zuständig und ein zweiter für das Verschmelzen (Fusion) der Virushülle mit der Zellmembran. Das Virus wird regelrecht in die Zelle hineingezogen (Endocytose). Als Anschauung: Öl in eine Schüssel Wasser und kräftig umrühren. Die nach einiger Zeit entstehenden großen Tropfen scheinen die kleineren auch regelrecht einzusaugen.

Das molekular-genetischen Äquivalent zur "feindlichen Übernahme"

Bei diesem Virus ist es nun nicht so, dass es sich in der Zelle reproduziert, dort erst mal Ansammelt und erst dann freigesetzt wird, wenn die Zelle schließlich "aufplatzt".

Nein – hier handelt es sich vielmehr um eine um eine Art Fließbandproduktion: Die Zelle arbeitet zunächst normal weiter und beginnt sozusagen "nebenher" weitere Viren zu produzieren. Die dann durch einen anderen "normalen" Zellmechanismus, der Exocytose aus der Zelle ausgeschleust werden. Die infizierte Zelle wird dabei nicht unmittelbar zerstört, die neuen Viren kommen vielmehr aus ihr heraus, wie Blätter aus einem Kopierer oder einem Laserdrucker. Diese können dann benachbarte Zellen infizieren oder in Sekret-Tröpfchen – eben vornehmlich "Spuke und Rotz" – nach außen gelangen. (Endo-/Exocytose erklärt...)

 

Portrait der Coronaviren SARS-CoV-2 beim Austritt aus menschlichen Zellen

Eine infizierte Zelle erfüllt zunächst schon noch ihre eigentliche Aufgabe, wenn auch mit zunehmend verminderter Effizienz. Und genau das ist auch das heimtückische an der Infektion: Es werden schon Viren produziert, noch bevor die Zelle ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr ausreichend nachkommen kann. Das ist ein funktionales Zellversagen, aber die Zelle ist dadurch nicht kaputt – sie ist vielmehr vollständig von der Virenproduktion vereinnahmt. Spectrum - Viren - Meister der feindlichen Übernahme.

In eine Zelle eingedrungen ist das Virus noch nicht nachweisbar. Erst wenn nach ca. 2 Tagen die ersten reproduzierten Vieren sozusagen aus dem "Kopierer" kommen, kann ein Abstrich das Virus nachweisen. Das ist die 2-Tage-Unsicherheit bei den Tests. Das Schlimme dabei: Man ist schon nach diesen 2 Tagen virulent (ansteckend), bevor es dann sehr viel später durch das fortschreitende Zellversagen zu den eigentlichen Covid-19-Symptomen kommen kann. Vom Zeitpunkt der Infizierung bis zu den ersten auftretenden Symptomen können bis zu 14 Tage vergehen (Inkubationszeit). Und genau dass ist somit der Zeitraum und der Grund, warum eine Quarantäne mit 2 Wochen angesetzt ist.

Ein Virus kann sich nicht selbst fortbewegen! Es hat keine Beine, kann nicht springen oder umher rollen.  Es kann sich auch nicht wie Bakterien in einem Tröpfchen selbst weiter vermehren. Viren brauchen dazu immer eine Wirtszelle. Genaugenommen ist ein Virus noch nicht mal ein Lebewesen im engeren Sinne, da es anders als Bakterien keinen eigenen Stoffwechsel besitzt. Ein Virus ist so gesehen nichts mehr als ein "Informationspaket", das eine befallene Wirtszelle auf die Reproduktion und Vervielfachung weiterer Informationspakete – also weiterer Viren umprogrammiert.



Für die Verbreitung dieser reproduzierten Viren sorgen einzig und allein wir Menschen selbst - mit unserem Verhalten! 

So gesehen, kann das Virus offensichtlich "fliegen" – aber nur, wenn wir es in einem umgebenden "Schwimmbad", nämlich den beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgestoßen Tröpfchen auf die Reise schicken. Wo sie dann überall landen oder aus Unachtsamkeit hingeschmiert werden, kann und mag man sich gar nicht so genau oder nur widerwillig vorstellen.

Dennoch ist es so!!! Die Infektionszahlen zeigen, mit welch erschreckenden Effizienz diese Verbreitung von statten geht!!!      

Das zusätzlich heimtückische dieses neuen Virus „SARS-CoV-2“ ist, dass es sich nicht nur wie das 2002/2003 ausgebrochene SARS-CoV in Lungenzellen reproduzieren kann. Es kann schon viel weiter oben zusätzlich auch Zellen der Nasen-, Mund- und Rachenschleimhaut befallen.


Das Virus liegt uns buchstäblich auf der Zunge!

Sorgen wir mit verantwortungsbewusstem Verhalten dafür, dass es keine Beine bekommt oder umherfliegt!!!